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Schützt Öffentlichkeit wirklich?

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Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#1by Teammitglieder/Administration Tautropfen » Sunday 6. March 2011, 00:33

Hallo ihr Alle,
was meint ihr hier im Portal
-Schützt Öffentlichkeit wirklich?-
Welche Erfahrungen habt ihr gemacht dazu? Und wie sind eure Meinungen und Gedanken zu dieser Thematik?
Würden gern mit euch darüber nachsinnen. Gerade auch in Anbetracht der Frage zur Ausstiegsproblematik.
Mögt ihr mitmachen?
Liebe Grüße,
von uns Tautropfen
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#2by Teammitglieder/Administration tanzendefedern » Sunday 6. March 2011, 16:29

Gute Frage. Wir haben ja bei einem Projekt mitgemacht und auch öffentlich (im Rahmen eines Kongresses) uns in den Arbeitsgruppen geoutet. Da waren wir uns sicher, dass es o.k. ist. Nicht mehr ganz so sicher sind wir, weil wir bei einem Filmprojekt mitmachen. Seit den Aufnahmen geht uns alles mögliche durch den Kopf - einschließlich heftigster Ängste, samt Vorwürfen und Drohungen von intern.

Wir waren eine Zeitlang befreundet mit einem System, über das ein Film gedreht wurde. Sie musste danach (aber noch vor der Veröffentlichung, wenn wir uns richtig erinnern) fliehen und hat alle Kontakte - auch zu ihrer Freundin - abgebrochen, um in einer neuen Stadt neu anzufangen. In wieweit sie seitdem Ruhe hat, weiss ich nicht.
Mit ... haben wir letzte Woche uns kurz darüber unterhalten, wie und ob und wann. Wir sind beide der Meinung, dass Öffentlichkeit schützen kann, wenn z.B. eine TV - oder Radio-Reportage an einem Zeitpunkt veröffentlicht wird, wenn man den größten Teil des Ausstiegs hinter sich gebracht hat und über ein solides HelferInnen-Netz, das sich aus Freundinnen und professionellen HelferInnen zusammen setzt, verfügt. Eine andere viele-Frau erlebt Öffentlichkeit in einer anderen Form als sehr hilfreich: sie wohnt in einem kleinen Dorf, wo sich alle BewohnerInnen kennen und engagiert sich dort in erheblichem Masse in politischen Zusammenhängen und Interessensgemeinschaften.

Genauso wenig, wie es den Ausstieg gibt, gibt es die Öffentlichkeit.

Wo fängt "Ausstieg" an? Wann hat man "den Ausstieg" geschafft? Wo beginnt "die Öffentlichkeit"?

Nachdem wir uns im Bekanntenkreis in einer Gruppe, die wir als stabil und verlässlich erlebt haben, geoutet haben, weswegen wir manchmal uns ein wenig zurückziehen, nicht den ÖPNV nutzen können, keinen Kochdunst mögen etc., wurden wir gebeten, die Gruppe zu verlassen, weil eine Frau mit unserem Viele-Sein nicht umgehen konnte. Das war damals ein sehr einschneidendes Erlebnis, weil die Tragfähigkeit der Gruppe so ganz anders eingeschätzt haben.
Wenn wir z.B. einen festen Arbeitsvertrag bekämen und der Arbeitgeber gerne alle MitarbeiterInnen mit Namen und Foto auf der Homepage veröffentlichen wollen würde, wüsste ich nicht, wie wir reagieren würden...

Zurück zu den Filmaufnahmen. das Team war klein. Wir hatten bisher nur gutes von dem Journalisten gehört und gelesen. Während der Aufzeichnung kamen heftige Fragen, die Innies von hinten durch mich durch beantwortet haben, ohne dass ich ihre Worte verstanden habe. Die Wächter und Beschützer waren immer vorneweg. Der Dreh dauerte zwei Stunden - erinnern können wir uns an kaum etwas. Noch nicht mal, ob wir ausgemacht haben, was gepixelt werden soll.
Nun hocken wir hier, angefüllt mit wüsten Drohungen und Ängsten, zu viel verraten zu haben und alles erlogen zu haben. Wir versuchen, diejenigen im Innen beschäftigt zu halten und gleichzeitig nach Lösungen im Außen zu suchen. Eine Kopie des Masterbandes können wir leider nicht bekommen. Aber es besteht die Möglichkeit, sich im Studio die Aufnahmen nochmals in Ruhe anzusehen. Das werden wir tun.
Für jegliche Ton-und Audiodokumentation empfehlen wir auf jeden Fall, vorher schriftliche Verträge aufzusetzen und intern klare Absprachen zu treffen, denn diesbezüglich haben wir bereits einmal sehr schlechte Erfahrungen gemacht, wo wir im Nachhinein alle Rechte abtreten mussten.

So viel erst mal von uns dazu.
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#3by Teammitglieder/Administration Tautropfen » Sunday 6. March 2011, 18:40

Haben den Namen von der Person rausgenommen, mit der ihr euch ausgetauscht habt.
Danke für euren ausführlichen Bericht Federn. Wir finden mutig, was ihr gemacht habt und hoffen, dass es was Gutes bewirkt. Ganz viel Kraft euch dafür wünschen.
Uns hat die Öffentlichkeit nur Gefahr und unseren Jetztzustand gebracht. Wir haben durch Höllenleben II echt wieder extremen Täterkontakt bekommen, weil wir damals zu naiv waren und ganz am Anfang standen.
Die Journalistin und Team waren absolut klasse, bei den Dreharbeiten zu Tatorten oder auch in den Tagen wo wir im Hotel Interviews gaben. Es wurde alles genau abgesprochen und wir bekamen alle Rohaufnahmen mit. Sie hat nichts gemacht, was wir nicht wollten, alle Grenzen eingehalten und sich rührend bemüht und gekümmert. Selbst im Hotel in der Nacht war sie immer Ansprechpartner für uns. Am Tag der Ausstrahlung hat sie uns auch sehr geholfen. Wir sind froh über diese positive Erfahrung.
Damals haben wir über 2 Jahre ganz viel mit ihr versucht, leider ohne Erfolg. Wir haben pausenlos recherchiert, ganz viel geschrieben und besprochen.
Sie hat sich sehr eingesetzt. Das Filmteam war auch super. Absolut achtsam im Umgang mit uns und wir fühlten uns, trotz dass es 2 Männer waren ganz gut da.
Unsere Aufnahmen waren auch super gut anonymisiert. Die Stimme haben wir später wieder entzerren lassen, weil wir da keine Angst mehr vor Öffentlichkeit hatten.

Naja mittlerweile haben wir sehr viel gelernt, was es heißt so einen Schritt zu machen und in die Öffentlichkeit zu gehen. Uns hat es das Gegenteil von Schutz gegeben, trotz Zusammenarbeit mit Polizei, Anwalt, Journalistin und Sektenexperten, wie auch einer Ermittlungsgruppe.
Doch die Planung, die Umsetzung und das Team waren sehr gut und die Filmemacherin war die erste Person die unsere Details mit Worten erzählt bekam. Wir haben auch gut Zeit dafür bekommen, und absolut keinen Druck.
Im Film gestern haben wir sofort die eine der Frauen erkannt. Das fanden wir schlimm, weil es wahrscheinlich auch deren Täter tun oder andere Personen. Es war nicht gut anonymisiert und das finden wir gaaaaanz wichtig. Bestimmte Merkmale, wie Haarlänge und Statur ist auch ein Indiz zur Identifizierung von Personen. Selbst die Stimmmelodie und Rhythmik ist geblieben. So war es ein leichtes diese Frau zu erkennen. Ohne 100 % Anonymisierung kann das sehr schnell gefährlich werden, was es ohnehin schon ist.
Vielleicht später mehr,
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#4by nelli » Monday 7. March 2011, 12:53

Diese Frage ist für uns ganz schwer und gleichzeitig ganz einfach zu beantworten.

Öffentlichkeit als Synonym für Medien-Presse, Fernsehen, Internet, und Podiumdiskussionen. Ja kann schützen, wenn neben körperlichen Ausstieg auch der "innere" Ausstieg erfolgt-e. Und eine gesunde Einbindung in Sozialstrukturen besteht. Also neben innerer Freiheit auch solide starke Menschen an der Seite sind, die eben solidarisch sind, Freunde sind und präsent sind und ein unabhängiges gesundes Leben führen. (hört sich jetzt blöd an - aber ich meine das wirklich so) -

und bestimmte Täter könnten damit (Öffentlichkeit) gebremst und gehemmt werden in ihrem Tun. (Und da muss jede für sich kritisch prüfen!)

Wir für uns meiden die Öffentlichkeit! Das Eine - unsere Öffentlichkeit sind die konkreten HelferInnen und FreundInnen. Was leider auch unsere Erfahrung ist - Betroffene haben für uns auch ein Gefahrenpotential. Wir schützen uns davor - Erkenntnis - die am härtesten Betroffenen wissen am besten, was wir meinen, können es vielleicht verstehen. Am schlimmsten sind nämlich Neid, vermeintliche Missgunst, Narzismus und gekränkte Eitelkeiten gepaart mit hohem Bedürfnis nach Versorgung. Gerade Betroffene, die ihre eigenen Egodinge hegen, sind sehr gefährlich bisher gewesen - nebst Bedrohung und und . Uns hat unser natürliches Mißtrauen und Schweigen geholfen, so dass wir nicht zusätzlich von Betroffenen verraten werden konnten.

Unsere Ärztin hält uns für gesund "paranoid". Wir leben mit der realen Gefahr und nicht nur mit gefühlter Angst. Gefühlte Angst kann man ja mal vergessen - hat eben keine schlimmen Folgen. Reale Gefahr zu vergessen wär ne Katastrophe. Für uns.

Sind auch total traurig - unsere wirkliche Vertraute Betroffene (auch wenn sie uns zwar als Mensch kannte - jedoch nur als wandelndes Pseudonym) ist heute vor 5 Jahren gestorben. Wir waren im Ausstieg und sie mußte ein Prog nach dem anderen durchstehen - am Ende schaffte sie es nicht.

Naj, ein bischen abgeschweift.

Öffentlichkeit kann helfen - kann schaden. Am meisten schadet die eigene Fehleinschätzung, lasche Selbstkritik, Nachlassen der Aufmerksamkeit. Wir meinen das hier nicht als erhobenen Zeigefinger - wir meinen uns mit diesen Aussagen. Müssen uns selbst immer wieder zur Ordnung rufen.

lg nelli und co
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#5by Teammitglieder/Administration tanzendefedern » Monday 7. March 2011, 18:35

Moin nelli und co.,

ihr sprecht da ein paar Punkte an, die wir auch für sehr wichtig halten: eine gesunde Balance zwischen einem real existierenden (individuell sehr unterschiedlichen) Grad der Außenbedrohung gegenüber dem subjektiven Gefühl von Bedrohung und Verfolgung. In Ergänzung zu den inneren Wahrnehmungen, täterhörigen/täterloyalen Innies, auslösenden Triggern (Rückhol- und Kontaktaufnahmeprgr sowie Sui- und Selbstzerstörungsprgr, Fluter, mind-body-prgr etc.) also dem Grad der inneren Bedrohung.
Beides ist häufig wechselseitig miteinander und ineinander verschränkt; eines beeinflusst das andere. Hier bedarf es neben guten Fähigkeiten der Selbstreflexion unbedingt die Unterstützung durch (mindestens!) zwei Personen im Außen. Miteinander offen über Wahrnehmungen und Beobachtungen zu sprechen finden wir ganz wichtig, damit einerseits die ohnehin schon starken reaktivierten Ängste nach Kontaktabbruch (oder dem Ausstieg) leicht das gesamte Sein überrollen können, so dass jegliche Lebensqualität aufgegeben wird. Oder aber, man wähnt sich in Sicherheit, weil beispielsweise Observationen und verdeckte Drohungen nicht Ernst genommen werden.
Einerseits nicht in paranoides Denken zu verfallen und andererseits sich nicht übermäßig vom Leben zurückziehen, sehen wir als eine der großen Herausforderungen im Ausstieg. Gerade auch, weil es sich so schnell ändern kann.

Mit diesen Ängsten wird oftmals die Ausstiegsarbeit unterlaufen. Das ganze Viele-Sein basiert auf Angst. Angst ist das stärkste Urgefühl; darauf wurde _alles_ andere aufgebaut.

Wir nehmen unsere Ängste als Fundament des Lebens. Bei einer Aufstellung der Traumatisierungen samt der Innies, welche die jeweiligen Erlebnisse ausgehalten haben, ist uns aufgefallen, dass alle eine besondere Stärke/Ressource/Kraft haben, um das zu überstehen. Somit haben wir genauso viele stärkende Anlagen, die wir aktiv gegen auftretende Ängste mobilisieren können.
Theoretisch. Praktisch gibt es immer wieder Momente, wo die Angst so übermächtig scheint. Sie scheint, übermächtig zu sein. Sie ist es aber nicht. Wir sind zusammen viel stärker und mutiger, als es uns je bewusst sein kann. Daran glauben wir. Die Angst immer und immer wieder zu entmachten ist möglich.

Was das mit Öffentlichkeit zu tun hat? Nun ja, nennen wir es "innere Öffentlichkeit" - Transparenz im Denken und Fühlen miteinander. Ich bin mir sicher, dass wir es mitbekommen würden, wenn es "Angriffe" von Innen oder Außen auf unsere Autonomie und Sicherheit geben würde. Nicht 100%ig, aber die 99,99% reichen uns aus.
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#6by Teammitglieder/Administration Tautropfen » Monday 7. March 2011, 18:41

Gute Gedanken dazu finden wir @Nelli. Wir meinten mit Öffentlichkeit schon auch mehr /Polizei/Medien usw.
Ja leider gerade andere Betroffene können einem auch das Leben schwer machen. Doch von solchen Menschen distanzieren wir uns zumeist. Wir mögen solche Beziehungsstrukturen nicht und lehnen solche vermeindlichen Freundinnen ab, nach eigenen sehr negativen Erfahrungen damit. Darum haben wir auch der Hauptmultizsene den Rücken gekehrt. Wir verraten sehr selten Menschen von uns und unseren Erfahrungen. Die meisten wissen nicht mal, dass wir psychische Probleme haben. Die anonyme Filmaufnahme 2002 war so gut abgesichert, dass uns niemand erkannt hatte. Und wir hatten viel Hilfe auch durch Klinik und Privatpersonen. Aber wir selbst waren zu naiv zu sehen wie stark vernetzt unser Täterkreise ist. Wir hatten sie völlig unterschätzt. Bei uns ging es auch nicht um, sich der Öffentlichkeit zeigen und zur Aufklärung beitragen, sondern primär um die Verfolgung und das auffliegen unserer Täter. Die Aufnahme fürs TV war eine sehr kleine Randerscheinung dazu. Den Stress bekamen wir auch nicht wegen der Filmaufnahme, sondern dass wir unser Schweigen brachen und versucht wurde die Täter dingfest zu machen, Beweise zu sammeln dafür. Das war nicht so klug von uns gewählt.
Naja ist nun auch schon 9 Jahre her.
Liebe Grüße zu euch,
von uns Tautropfen/Überlebensfraktion
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#7by nelli » Monday 7. March 2011, 19:05

Hallo ihr,

also @tautropfen - neben der Veröffentlichung von Erfahrenem - was wir sehr mutig finden - ist wirklich am Gefährlichsten, den Tätern auf die Füße zu treten, ihnen mit Hilfe des Staates Grenzen aufzeigen zu wollen - das ist sehr sehr mutig und manchmal kann das sehr sehr nach hinten losgehen. Ihr habt es erfahren müssen. Das finden wir ganz schlimm.

Schlimm ist es schon an sich sex. Mißbrauch anzuzeigen - so Täter innerhalb vom Fam. - oder Bekanntenkreis. Jedoch Täterstrukturen/Täterkreise der Öffentlichkeit preiszugeben - das ist ne andere Dimension.

Wir sind froh Tautropfen, dass ihr es überlebt habt.

Um in solchen Dimensionen vorgehen zu können bedarf es - viel Geld, Macht und Autonomie. Denn dann geht nicht die Kripobeamtin vor, die dann gemobbt wird - sondern eine eigenständige Truppe von Menschen - die Macht, Geld und Autonomie haben- klagen an, stellen Öffentlichkeit her, decken auf. Mit Hilfe "eines reichen Pressemenschen" wird aufgedeckt. Manchmal kann reich, mächtig und autonom auch was für das gute der Menschheit sein. :rettungsring

jojojojojo - :daumen :idee hoffen mal weiter!!!

lg nelli und co
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#8by Teammitglieder/Administration Tautropfen » Monday 7. March 2011, 19:29

Liebe Nelli&Co,
genau das ist es, zu gefährlich, da es andere Dimensionen sind. Wir haben unser Lehrgeld dafür bezahlt aber trotzdem hat es uns auch Dinge und Erfahrungen mitgegeben, die uns geholfen haben realistischer zu sein.
Und wir haben erfahren, dass wir der Filmemacherin vertrauen konnten. Sie war die erste Person, die von uns überhaupt was erfuhr. Sie hat nichts gemacht, was wir nicht wollten und steht zu uns. Diese Erfahrung hat uns Mut und Kraft gegeben damals weiterzukämpfen.

Dieser Austausch hier tut uns echt gut. Danken allen Schreibern
Alles Liebe,
von uns Tautropfen
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#9by nelli » Monday 7. March 2011, 19:49

Also sagen wir mal so ganz privat aus der innersten Ecke :trinkreden :

Mit nem Brillianten Liz Wieskerstrauch oder einer Antonia Rados - ok - dat sind Frauen, da muss man nicht lange überlegen und hat nen ultimativen Glücksfall getroffen.

So mal als Randbemerkung.

naja - überlegt und gedacht wird dann ja trotzdem und abgewogen.
nelli
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#10by Teammitglieder/Administration Tautropfen » Monday 7. March 2011, 20:07

Also wir haben sehr gezweifelt und dieser Frau kein Stück zuerst vertraut und hatten Angst, Angst, Angst. Das sie einen guten Ruf hat, wussten wir auch nicht. Wir wurden damals von einem Polizisten weitervermittelt und bekamen Kontakt. Dann ging es Schlag auf Schlag und wir waren mitten drin, den Tätern einzuheizen und die Gruppe aushebeln, leider erfolglos.
Wir würden sie auf jeden Fall und ganz klar und ohne Bauchschmerzen empfehlen.
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#11by Teammitglieder/Administration Tautropfen » Wednesday 9. March 2011, 23:42

Hallo Zusammen,
haben das Lob an betreffende Person weitergegeben, weil wir es schon gut finden, wenn sie merkt, dass man ihre Arbeitsweise gut findet.
natürlich anonym :überschlag
Hoffen das war okay.
Liebe Grüße,
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#12by Kiki86 » Thursday 10. March 2011, 18:39

ob l.w. den zdf neo-beitrag auch so zum stirnrunzeln fand?
sind doch sicherlich einige (investigativ) journalistische fehler drin...nicht nur fachliche
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#13by Teammitglieder/Administration tanzendefedern » Thursday 10. March 2011, 18:44

Ich frag auch mal den Menschen, der grad eine Reihe zum Thema rG dreht, wie er die Reportage findet. Hab's hier rein gesetzt, weil unsere Vorschreiberin mit ihrem posting dazu den letzten Anstups gab. (thx Kiki86!)
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#14by Teammitglieder/Administration Tautropfen » Thursday 10. March 2011, 21:31

@kiki- Hm haben das Thema bei ihr ausgeklammert, weil sie und die Therapeutin und wir mal alle guten Kontakt hatten. Somit wollen wir das trennen, denn es reicht schon mit unserer ehemaligen Therapeutin.
Außerdem ist die Filmemacherin mit dem Thema kaum noch beschäftigt und wir wollen das Thema von uns aus da nicht mehr einbringen, wenn wir Kontakt haben. Mögen nicht die ganze Zeit nur die Stigmatisierung "multiple" haben. Das nervt uns sehr, wenn sich ein Kontakt nur darauf bezieht.

@Federn- Ja das ist eine gute Idee. Mal sehen, wie er die Reportage als Profi einschätzt. Es ist ja wirklich einiges da schief gelaufen, gerade auch die Anonymität der Protagonisten.

Also bei all den negativen Kritiken dazu wollen wir sagen, dass wir die Einzelinterviews mit Frau Fliss sehr gut fanden. Sie hat es gut erklärt und es kam verständlich an die Zuschauer heran. Besonders weil sie viel auch mit Beispielen agitierte.

Also das fanden wir gut gemacht.
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#15by Vollmitglieder Sternenfunkeln » Thursday 10. March 2011, 22:52

Tautropfen&Glassteine wrote:Es ist ja wirklich einiges da schief gelaufen, gerade auch die Anonymität der Protagonisten.

Das sehe ich auch so. Wurden die zwei vorher nicht darüber aufgeklärt, welche technischen Möglichkeiten es gibt, für ihren Schutz zu sorgen bzw. ist ersichtlich, warum sie selbst nicht dafür gesorgt haben? Ich frage mich auch, ob das Material vorher für die beiden Betroffenen einsehbar war oder bekamen sie die fertige Reportage auch erst im Fernsehen das erste Mal komplett zu Gesicht. Ich sehe da nicht automatisch die Schuld beim Sendern, sondern frage mich auch, warum die beiden sich selbst so wenig abgesichert haben :frage

Grüße vom Sternenfunkeln
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#16by Teammitglieder/Administration Tautropfen » Thursday 10. March 2011, 23:52

Hm wir hoffen wirklich dass die Protagonisten wussten, was, wie später gesendet wird. Also wir haben damals die Rohaufnahmen nicht gesehen und mussten voll der Filmemacherin vertrauen, was sie daraus macht. Gegen Ende der Gesamtdreharbeiten aller Mitwirkenden wurden wir dann gefragt, ob unsere Stimme wieder entzerrt werden kann und wir haben dem zugestimmt, sonst wäre das verzerrt geblieben. Außerdem bekamen wir eine Perücke und alles wurde richtig gut abgedunkelt im Raum. Wir konnten uns davon zu jeder Zeit während der Dreharbeiten überzeugen. Aber von den 4-5 Stunden Dreh im Hotel und 3 Tagen Spurensuche an unseren Orten, kamen 5-10 Minuten zusammen. Alles was gefährlich und nicht mehr anonym war, wurde nicht verwertet und wir haben später alle Kassetten mit allen Rohaufnahmen bekommen, als der Film gelaufen ist. Wir hatten halt wirklich Glück gehabt so eine vertrauenswürdige Journalistin zu haben. Sie hat ihr Wort gehalten und dafür sind wir sehr dankbar. Mit ihr würden wir jederzeit wieder was machen, rein theoretisch.
Hoffen wir, dass den Frauen diese Aufnahmen helfen und nicht schaden. Wenn wir uns vorstellen wie die sich jetzt fühlen müssen, wenn sie nicht wussten, was am Ende im Schnitt daraus gemacht wird. Denn wir denken im Schnitt kannst du echt auch einen Scheiß aus anfänglich guten Aufnahmen machen. Wenn unsere Zusammenbrüche gesendet worden wären, hätten wir dasselbe Dilemma gehabt. das geht garnicht und liegt dann auch in der Hand der Produzenten dieser Serie. Oh je das wäre echt schlimm.
Hat eigentlich jemanden die Öffentlichkeit im Bereich Medien, Polizei, Gericht schon helfen können geschützter zu sein?
Das würde uns echt interessieren.
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#17by Teammitglieder/Administration tanzendefedern » Friday 11. March 2011, 10:56

Tautropfen&Glassteine wrote:Hat eigentlich jemanden die Öffentlichkeit im Bereich Medien, Polizei, Gericht schon helfen können geschützter zu sein?


Fangen wir mal damit an. Tja, bei uns kommt weder eine Anzeige noch ein ordentliches Gerichtsverfahren in Frage; somit haben wir strafverfolgungs- und rechtlicherseits nichts zu erwarten. Das wissen wir und nehmen wir ernst.

Was die Medien anbelangt, können wir dazu noch nichts sagen. Vor dem Interview haben wir besprochen, dass unsere Stimme komplett nachgesprochen werden soll, das Gesicht gepixelt wird; lediglich bei den Aufnahmen von Kinderfotos haben wir unser o.k. gegeben, alles so zu zeigen. Wobei wir da grad am Hadern sind, ob man uns nicht auch dort wieder erkennen könnte. Bei einem Bild haben wir nachträglich um Unkenntlich-Machung gebeten, was auch umgesetzt wird. Wir werden aber nochmals nachhaken, ob nicht nur der Gesichtsbereich, sondern der gesamte Kopf gepixelt werden kann - eben weil wir keine Perücke getragen haben und Haare/Frisur ja Rückschlüsse ermöglichen können.
Auch wir haben während des Interviews einfließen lassen, dass wir Infos mit Klarnamen, Orten und Zeiten an unterschiedlichen Stellen hinterlegt haben. Inwieweit so ein Überlebensbrief schützen kann und ob das jene Typen überhaupt beeindruckt (oder alles nur noch gefährlicher macht, denn nun wissen sie ja, dass wir uns an mehr erinnern, als ihnen lieb ist), kann ich nicht einschätzen.

Wir haben darum gebeten, wenigstens die Kopie des Mastertakes zu bekommen, das Material darf - auf Weisung der Rechtsabteilung des Senders - nicht herausgegeben werden. Würde der Reporter es unter der Hand machen, würde er seinen Job riskieren. Da ist es von Vorteil, wenn man mit einer/einem unabhängigen Journalistin/Journalisten zusammenarbeitet. Auch werden wir nicht die Endfassung vor Sendung zu Gesicht bekommen.
Was uns allerdings angeboten wurde, ist im Sender die gesamten Aufnahmen anzusehen.
Und wir werden den Reporter fragen, was mit den out-cuts geschieht.

Zusätzlich müssen wir uns gut absichern, was unser Auftreten in "der Öffentlichkeit" unmittelbar nach Sendung betrifft. Von einer anderen viele-Frau weiß ich, das bereits anderntags volles Verfolger-Geschehen gestartet ist. Eine andere Frau war nach den Ausstrahlungen jeweils eine Woche untergetaucht.
Was wir auf jeden Fall gerne hätten, wäre eine Mitschnitt-DVD seitens des Senders.

Euch allen einen sonnigen Tag und viele Grüße
tanzendefedern
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#18by Kiki86 » Friday 11. March 2011, 19:19

Tautropfen&Glassteine wrote:@kiki- Hm haben das Thema bei ihr ausgeklammert, weil sie und die Therapeutin und wir mal alle guten Kontakt hatten.

ach,logisch - schon wieder vergessen hatte!
Tautropfen&Glassteine wrote:Also bei all den negativen Kritiken dazu wollen wir sagen, dass wir die Einzelinterviews mit Frau Fliss sehr gut fanden. Sie hat es gut erklärt und es kam verständlich an die Zuschauer heran. Besonders weil sie viel auch mit Beispielen agitierte.
Also das fanden wir gut gemacht.

Gegen das, was vor der Ausstrahlung unter dem Link zu sehen war, fand ich auch nichts einzuwänden. Also wo sie das so erklärt. War nichts neues dabei, aber für Laien nachvollziehbar kurz formuliert.
Den Rest fand ich schlecht und insbesondere die Spielplatzszene war mir einfach zu persönlich, voyeuristisch, musste ich wegsehen, weil ich es auch nicht gewollt hätte, dass wir so gefilmt werden. Aber eigentlich gehört es ja in den anderen thread...naja..

würde auch gern wissen, ob öffentlichkeit(ob nun medien od.im umfeld) bei den meisten negative konsequenzen hatte. oder ob es auch besispiele gibt, wo sich die t*ter beeidrucken ließen/sich zurückzogen/Bedrohungen aufhörten. gab es "rufmord"-prozesse(wurde mir ggü. v.der AG f. Kinder-&Jugendschutz angedeutet), bei denen die t*ter gewonnen haben? - ausschließlich in organisierten kreisen oder auch f*miliären kreisen?
ergaben sich durch das öffentlich-machen neue kontakte,chancen,bekanntschaften,gemeinschaftsgefühle, ein vorankommen in der heilung oder eher ein rückschritt?
:schreib
viel kraft allen! kiki

p.s.: wenn es im helfer-bereich (ehemalige)betroffene gibt, ergeben sich wohl noch viel mehr probleme, besonders wenn man nicht ausschließlich in eigener praxis werkelt, sondern auch publiziert (ich denk nur an wissenschaftliche statements in fachmagazinen, die dann von anderen zerrissen werden in leserbriefen), also risiken für karriere und sicherheit!??
oder natürlich auch andere jobs, bei denen man zwangsläufig viele daten angeben mus bzw. sich öffentlich bewegt (wie schon von Federn erwähnt - häufig bei firmenwebseiten bild,name,vita...)
Kiki86
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#19by Teammitglieder/Administration Tautropfen » Friday 11. March 2011, 23:09

Liebe Federn,

Was die Medien anbelangt, können wir dazu noch nichts sagen. Vor dem Interview haben wir besprochen, dass unsere Stimme komplett nachgesprochen werden soll, das Gesicht gepixelt wird; lediglich bei den Aufnahmen von Kinderfotos haben wir unser o.k. gegeben, alles so zu zeigen. Wobei wir da grad am Hadern sind, ob man uns nicht auch dort wieder erkennen könnte. Bei einem Bild haben wir nachträglich um Unkenntlich-Machung gebeten, was auch umgesetzt wird. Wir werden aber nochmals nachhaken, ob nicht nur der Gesichtsbereich, sondern der gesamte Kopf gepixelt werden kann - eben weil wir keine Perücke getragen haben und Haare/Frisur ja Rückschlüsse ermöglichen können.

Wenn ihr anonym bleiben wollt und auffällige Haare habt, wäre das sehr wichtig. Bei Kurzhaarfrisuren ist es eher nicht so schlimm.

Auch wir haben während des Interviews einfließen lassen, dass wir Infos mit Klarnamen, Orten und Zeiten an unterschiedlichen Stellen hinterlegt haben. Inwieweit so ein Überlebensbrief schützen kann und ob das jene Typen überhaupt beeindruckt (oder alles nur noch gefährlicher macht, denn nun wissen sie ja, dass wir uns an mehr erinnern, als ihnen lieb ist), kann ich nicht einschätzen.


Also bei uns hat es die nicht gestört, wohl aber schon, dass wir Dinge verraten haben und gegen die Täter vorgehen wollten. Das hat uns dann letztlich auch das Genick gebrochen. Wir haben bisher nicht erlebt, dass so ein Überlebensbrief wirklich schützt, im Gegenteil. Aber das wird wahrscheinlich von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich sein, denken wir

Wir haben darum gebeten, wenigstens die Kopie des Mastertakes zu bekommen, das Material darf - auf Weisung der Rechtsabteilung des Senders - nicht herausgegeben werden. Würde der Reporter es unter der Hand machen, würde er seinen Job riskieren. Da ist es von Vorteil, wenn man mit einer/einem unabhängigen Journalistin/Journalisten zusammenarbeitet. Auch werden wir nicht die Endfassung vor Sendung zu Gesicht bekommen.


Ja das war bei uns auch so und die Filmemacherin hat uns das auch so erklärt. Wir hatten damals eine Heidenangst vor der Ausstrahlung, weil wir zu der Zeit an der Filmemacherin noch zweifelten. Aber ist ja auch komisch, wenn du was drehst und überhaupt nicht weißt, wie es am Ende dann rauskommt.

Was uns allerdings angeboten wurde, ist im Sender die gesamten Aufnahmen anzusehen.
Und wir werden den Reporter fragen, was mit den out-cuts geschieht.

Ja das ist eine gute Idee, weil dann könnt ihr euch schon vorher rüsten auf das, was dann öffentlich ausgestrahlt wird. Für uns war der Tag der Ausstrahlung ganz schlimm und es löste ziemlich aus, als wir plötzlich alle unseren gemalten Bilder und Skulpturen im TV sahen. Da ist es gut, wenn ihr euch vorher darauf einstellt. Es kann Programme aktivieren, dass ihr ungehorsam wart, versteht ihr.
Zusätzlich müssen wir uns gut absichern, was unser Auftreten in "der Öffentlichkeit" unmittelbar nach Sendung betrifft. Von einer anderen viele-Frau weiß ich, das bereits anderntags volles Verfolger-Geschehen gestartet ist. Eine andere Frau war nach den Ausstrahlungen jeweils eine Woche untergetaucht.

Ja das halten wir auch für sehr wichtig. Versucht euch so gut als möglich abzusichern. Nach der Ausstrahlung unserer Sachen kam erstmal garnichts, jedoch ein paar Monate später ging der Scheiß los, wo die Täter alles zerstörten, was wir uns je aufgebaut hatten. Aber wie schon eingangs erwähnt, haben wir ja auch versucht die Sachen aufzudecken und Privatdedektive wurden engagiert und ganz viele andere Versuche um die Täter dingfest zu machen.

Sind ganz gespannt auf die Reportage wo ihr mitgemacht habt. Würdet ihr dann bescheid geben, wenn es soweit mit Ausstrahlung ist?
Würde uns echt interessieren.

Liebe Grüße zu euch und Kraft für die kommende Zeit,

von uns Tautropfen
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#20by Teammitglieder/Administration Tautropfen » Friday 11. March 2011, 23:22

Liebe Kiki,
wir denken egal wo du arbeitest, wenn Täter wollen können sie dir das Leben zur Hölle machen und dich denunzieren. Die haben soviele Ideen dazu, wo man zuerst überhaupt nicht daran denkt. Und es geht da nicht immer um körperliche Gewalt oder Drohung. Oft wird man einfach mürbe gemacht "Rufmord", plötzlicher Arbeitsplatz oder Freundschaftsverlust, den die Täter bewusst arrangieren. Zusätzlich versuchen sie einen auch psychisch zu erschöpfen, so ähnlich wie im Beispiel von Schattenfeen *** The link is only visible for members, go to login. ***
Damit wollen diese Gruppen ihre Macht demonstrieren und dich regelrecht zermürben und müde, ohnmächtig, ängstlich machen.
Sie versuchen dir alle Kräfte zu rauben in jeden denkbaren Lebensbereich, damit du zusammenklappst und endlich wieder gehorchst und nach ihren Regeln tanzt.
Im Falle von familieren Strukturen denken wir, könnte so eine Öffentlichkeit helfen, da man gegen das erfahrene Unrecht aufsteht und sich sichtbar wehrt. Familienstrukturen haben nicht soviel Möglichkeiten ihre Schäfchen wieder zurück zu holen. Obwohl auch dies bis an den Rande der Möglichkeiten geht, wenn eine Betroffene sich gegen die Familie stellt, wird sie mit allen Kontakten dieser Struktur brechen müssen. Dies hat dann zur Folge, dass man wie entwurzelt allein zurechtkommen, oft auch auf vorherige Geschwister, Verwandtschaftsbeziehungen bewusst verzichten muss. Das ist sehr hart und kann sehr große Verzweifelung mit sich bringen, wenn sonst ein stabiles soziales Netz fehlt.

"Ohne ein gutes und stabiles soziales Netz, egal woraus es besteht, ist eine Öffentlichkeitsarbeit in unseren Augen absoluter Leichtsinn und ein Spiel mit dem eigenen Leben."

Eure Fragen sind gut Kiki und wir hoffen dass sich vielleicht noch mehr hier trauen zu schreiben.

Liebe Grüße,
von uns Tautropfen
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#21by Teammitglieder/Administration tanzendefedern » Saturday 12. March 2011, 17:01

Tautropfen&Glassteine wrote:"Ohne ein gutes und stabiles soziales Netz, egal woraus es besteht, ist eine Öffentlichkeitsarbeit in unseren Augen absoluter Leichtsinn und ein Spiel mit dem eigenen Leben."


Jupp! Absolute Zustimmung unsererseits. Zusätzlich muss genau geschaut werden, in welchen therapeutischen Prozessen man sich gerade bewegt und in welcher Ausstiegsphase man sich während des Drehens befindet.
Wenn man beispielsweise grad erst dabei ist, keine aktiven Kontakte aufrecht zu halten, ist das an die Öffentlichkeit-Gehen - unserer Meinung nach - ein verfrühter Zeitpunkt. Das sollte zumindest der Therapeutin klar sein.
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#22by Teammitglieder/Administration Tautropfen » Saturday 12. March 2011, 19:37

Wir denken auch, es muss nicht immer überhaupt um Öffentlichkeit gehen, warum auch? Es ist doch genauso gut, wenn man einfach neu starten kann, frei ohne Bedrohung und mit seinem eigenen Leben, was dann endlich nach eigenen Regeln gestaltet werden kann. Darum sollte es doch in erster Linie gehen, sich soweit sein Leben zurückzuerobern, wie es möglich ist. Was bringt es, eine Anzeige zu machen und dann im völligen Chaos damit zu hängen und dadurch nur noch mehr Stress zu haben.
Oder eine Reportage zu erstellen und im Folgenden sein eigenes Leben zu verlieren, Job, Familie oder seine Sicherheit.
Wir denken da sollten professionelle Helfer Geduld haben und sich dem Weg des Betroffenen anpassen. Sie sollten auch dabei ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen nach Vergeltung zur Seite stellen und es akzeptieren, wenn die Betroffenen keine Anzeige machen wollen oder mittendrin abbrechen, weil sie sich völlig mit ihrem Können überschätzt haben. Es sollte immer und zu jederzeit ein "Nein" des Betroffenen akzeptiert werden, ohne die Hilfestellung deswegen zu entziehen. Das wäre uns wichtig und ein Wunsch an all die professionellen Helfer.
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#23by Teammitglieder/Administration Tautropfen » Friday 18. March 2011, 23:23

Was meint ihr zu unseren letzten Zeilen? Wie wichtig ist euch Öffentlichkeit, Anzeige usw?
Hat jemand Positves durch Öffentlichkeit erfahren?
Ja sorry wenn wir nicht locker lassen und Löcher in Bauch fragen.
Liebe Grüße,
von uns Tautropfen
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#24by Teammitglieder/Administration tanzendefedern » Saturday 19. March 2011, 21:15

Absolute Zustimmung unsererseits!

Es mir absolut schleierhaft, wie jene Frauen ein "normales" Alltagsleben bestehen können, nachdem sie sich öffentlich in den Dokus gezeigt haben. Wir würden das in der Form nicht für uns wollen, eben weil wir neben dem Öffentlichkeitsbewusstsein über rG dennoch unsere Privatsphäre behalten wollen. Wir wollen einer Erwerbsarbeit nachgehen, ohne befürchten zu müssen, dass jemand durch so eine Reportage auf unserere Vergangenheit stößt. Und wir daraufhin als "Betroffene" reduziert werden.

HelferInnen und UnterstützerInnen sollten sich prinzipiell an das Tempo und den Weg der einzelnen Menschen anpassen! Es gibt keine "standard-Therapie nach Schema" weil es keine "standard-Multis" gibt und jedes System einzigartig in Struktur, Bedürfnissen und Fähigkeiten ist. Das darf niemals vergessen werden. Auch dass sich systemintern Dinge ändern können und dieselben Interventionen, die einmal erfolg- und hilfreich waren, nicht unbedingt auf andere Innies übertragen werden können. Oder zu einem anderen Zeitpunkt sogar nicht-förderlich sind. Die Standortbestimmungen ändern sich im Laufe der Zeit. Ebenso wie auch Therapieziele oder die Lebensumstände.

Auch denken wir, dass es die Multis sein sollten, die das Tempo und die Richtung vorgeben sollten. Zumindest immer in Entscheidungen eingebunden werden sollten und alles so transparent und so wenig hierarchisch-strukturiert sein sollte, wie möglich.
Wichtig sind uns in der Therapie Vertrauens- und Beziehungsarbeit, Klarheit, Herzenswärme, schöpferische Distanz, Verlässlichkeit, Konfliktbereitschaft, das Ansprechbar-Sein, Wertfreiheit sowie die Bereitschaft zur Begegnung auf Augenhöhe.

So, Senf und Konzentrationsfähigkeit neigen sich dem Ende zu...

Liebe Grüße
federn, die noch keine Löcher im Bauch haben :hanf
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#25by Teammitglieder/Administration Tautropfen » Saturday 19. March 2011, 21:32

Hey Federn,
mensch ja so wäre Therapie gut, genauso wie eure Zeilen. Das könnte man direkt ausdrucken und sich übers Bett hängen als Hinweis, wie es sein sollte. Danke :schreib
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#26by Teammitglieder/Administration Tautropfen » Wednesday 23. March 2011, 15:16

@Federn, habt ihr eigentlich mittlerweile eine Rückmeldung von dem Journalisten/Reporter, was er zu der Reportage sagt?
Würde uns interessieren. Gerade in letzter Zeit haben wir wieder sehr deutlich bemerkt, wie das Thema "rituelle Gewalt" oder auch andere organisierte Strukturen einfach ausgeklammert werden, mit der Begründung: "es wäre besser so, würde sonst zuviel Fragen und Unruhe bringen". das fanden wir nicht so gut, wenngleich es auch die Betroffene in einer Art schützt. Wir haben über diesen Umstand nachgedacht und dabei gemerkt, dass genau durch diese Ausklammerei genau dann die Lobby der Betroffenen abnimmt. Denn wenn es immer der Mantel des Geheimnis darüber gelegt wird und es nicht in den Akten mit benannt wird-also vom Grundgerüst- wo kann man sich dann noch drauf stützen, wenn es genau um Öffentlichkeit geht? Man kann ja schlecht sagen, dass man Jahre das zwar erlebt aber beiallen professionellen Helfern, bis vielleicht Therapeutin es immer ausgeklammert wird.
Und wir fragen uns, was uns gerade aktuell betrifft, was ist wenn dann diese therapeutische Unterstützung wegbricht. dann ist der sogenannte Wissensspeicher auch mit weg und niemand weiß mehr dann von den Dingen, welche vorwiegend nachts geschehen.
Kann das sein, dass genau das auch beabsichtigt ist?
:::::TRIGGER IM TEXT:::::



Wir hatten ja letzte Woche das Gutachten und da wurde es genau so gemacht und am Ende fragten wir uns im stillen, wie so jemals eine Zusammenarbeit stattfinden kann und eine Vernetzung? Dann passiert unserer Meinung nämlich genau das, dass alle die damit zu tun haben restlos überfüllt sind mit Betroffenen, völlig ausbrennen und fertig sind.
Ja hoffen wir haben nicht zu durcheinander geschrieben. Ist irgendwie schwer so zu beschreiben, wie wir das meinen.
also wir denken in dem Bereich sollte die Öffentlichkeit immer mit drin sein, also häufige Unterstützer sollten klar wissen, worin die betroffene sich befindet und was da so neben Alltag abgeht. Denn wir denken auch, wie soll ein Verhalten dann verstanden werden, wenn man garnicht weiß, dass man nachts im Keller liegt und ständig in der Woche missbraucht wird oder anders gefoltert? das ist doch ein vorantreiben der Spaltung zwischen dem Alltag und den Täterkontakten.
Hm das bewegt uns gerade.
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#27by Teammitglieder/Administration tanzendefedern » Wednesday 23. March 2011, 21:58

Hallo ihrs,

nein, er ist aktuell an einer andere Reportage dran; aber wir werden ihn Freitag treffen und dann Löcher in den Bauch fragen.

Zu dem , was ihr eben über das Ausklammern geschrieben habt, mussten wir fast schmunzeln - genau das war nämlich heute vor der Konfro auch Thema in der Therapie! Wir hatten nämlich heute eine Email von einer guten Bekannten bekommen, wo sie ausdrücklich darum bittet, keine weiteren Infos über rG zu erhalten... Lange Geschichte. Bei uns hat das Erinnerungen aus der ferneren und näheren Vergangenheit reaktiviert: einmal wurden wir deswegen aus einer Gruppe ausgeschlossen, die wir bis dato als sehr tragfähig eingeschätzt haben; das andere Mal hat ein Freund deswegen Schluss gemacht; er wollte absolut nichts mit oK zu tun haben.

Auch ist unsere Thera relativ erbost über die Aufmachung von "Wild Germany". So haben wir sie noch nie erlebt. Sie ist eine der Theras, die von Anfang an in Deutschland zu dem Thema arbeiten und hat über einen der ersten DIS-Kongresse berichtet, wo T. B. auch sehr verrissen wurde. Grade haben wir ihr dazu eine Email geschrieben; einige Textauszüge kann ich ja mal hier einfügen, weil es grad so gut passt:

"(...) Alles in allem ist es schon erschreckend, wenn man einmal Hinter die Kulissen geblickt hat. Danach kann man gar nicht anders, als diese Welt mit anderen Augen zu sehen. Wer weiterhin leugnet, tut das vielleicht aus Eigenschutz, hilft damit den Überlebenden aber kaum weiter.
Denn gerade dieses Schweigen und Ausklammern von Realität kennen wir zur Genüge."


Tautropfen, was meint ihr mit:

Tautropfen&Glassteine wrote:was ist wenn dann diese therapeutische Unterstützung wegbricht. dann ist der sogenannte Wissensspeicher auch mit weg und niemand weiß mehr dann von den Dingen, welche vorwiegend nachts geschehen.
Kann das sein, dass genau das auch beabsichtigt ist?


Nur, wenn ihr antworten mögt.

Viele Grüße
federn
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#28by Teammitglieder/Administration Tautropfen » Thursday 24. March 2011, 01:33

Können das gern erklären, also wir meinten wenn das alles immer versteckt sein muss, dann ist es am Ende so, dass nur noch bestimmte
Leute alles wissen und damit konfrontiert sind und auch die Not voll abbekommen.
Ja und dieses Schweigen fördert dann das am Ende Helfer ausbrennen und einen vor die Tür setzen, so denken wir gerade.
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#29by Vollmitglieder eiskristalle » Thursday 24. March 2011, 09:38

Ja und dieses Schweigen fördert dann das am Ende Helfer ausbrennen und einen vor die Tür setzen, so denken wir gerade.

ja, das denken wir auch. vor allen dingen, wenn die helfer und andere immer weniger werden.
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#30by Teammitglieder/Administration Tautropfen » Thursday 24. March 2011, 16:58

Ja genau also sollte man dann doch bei Helferstellen Klartext reden und hoffen, dass sie es vermerken und es beweisbar bleibt. genau das Problem mit den Beweisen haben wir jetzt, denn die einzige, welche solches Wissen von uns hat ist L. und unsere Therapeutin. Und nun ist selbst ein Attest für eine KH-Behandlung eine riesen Hürde. Das frustet uns gerade sehr. Doch wie das Ausklammern verhindern, wenn die Helfer es bewusst rauslassen und nicht vermerken. Kann das sein, dass dies beabsichtigt ist von gewissen Leuten/Tätern? Das kam uns gerade so gedanklich dazu, weil so kämpfen alle in Einzelstellungen dagegen. Das schwächt logischerweise eine interdisziplinäre Kooperation. Und es ist zu subtil, als das man merken könnte, es käme von den Tätern. Sorry wollen hier keine Verschwörungen anzetteln aber fühlt sich so an und wäre ja auch in sich passend.
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#31by Teammitglieder/Administration tanzendefedern » Thursday 24. March 2011, 19:08

Nur kurz, weil wir gleich noch die Aufnahmen gucken wollen...

Was den "Wissenschspeicher" angeht, haben wir beispielsweise auf den Akten bei Ergo, Physio und manchen Docs das vermerken lassen, dass die Akten nicht vernichtet werden dürfen. Auch haben wir wenn eine Praxis geschlossen wurde oder die Thera gegangen ist, unsere Akte komplett kopieren lassen.
Einfach zur Absicherung für uns.

Zum Gesundheitssystem kann ich nur anmerken, dass wir das auch keineswegs als "pro-DIS" erfahren. Nicht nur, was den Hilfs- und Heilmittelkatalog betrifft, sondern auch die Therapierichtlinien sowie das Psychotherapiegesetz.

Wir stimmen euch da in den wesentlichen Punkten absolut zu, Tautropfen. Ohne zu wissen, wer, was, wie , warum. Im Endeffekt versickern die Kräfte in einem Neben- und Gegeneinander und alles bleibt, wie es war. Naja, nicht alles. Aber so vieles. Ist teils systemimmanent, teils individuell. Es geht bei den Hilfen so oft um die Finanzierung; da herrscht Konkurrenz zwischen den Institutionen und was die bundesweite Vernetzung von HelferInnen betrifft, kommt da noch das Misstrauen untereinander dazu.

Letztendlich sehen wir primär darin eine Frage der Lobby und der gesellschaftspolitischen Mehrheitsmeinung/Meinungsbildung. Doch in welcher Form kann Aufklärung erfolgen? Wer kann sich für Überlebende von rG effektiv einsetzen, wenn es so wenig eindeutige Beweise gibt. Wo kein Kläger ist...
Spätestens hier greift der Druck, der von Täterseiten ausgeübt werden kann und wird. Beispiele kennen wir alle zur Genüge.

Ganz liebe Grüße und vielen Dank für den Austausch mit euch letzte Nacht.
federn
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#32by Teammitglieder/Administration Tautropfen » Thursday 24. March 2011, 20:36

Den Dank können wir nur zurück geben liebe Federn :handreich und ja ihr habt Recht es ist kaum eine Lobby vorhanden, wegen eurer genannten Faktoren D :kopfschüttel1 och wird das ganze von vielen Seiten, selbst Polizei gedeckelt, selbst wenn Beweise da waren/sind-siehe Höllenleben der Kampf der Opfer-
Nicht eine Anzeige hat etwas gebracht, obwohl sogar Zeugen die nicht DIS hatten befragt wurden. Und Polizisten durften nicht weiter tätig sein usw.
Das wird natürlich auch nicht gesagt in der Öffentlichkeit.
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#33by Kiki86 » Sunday 27. March 2011, 00:57

hallo foris
mir sind ein paar gedanken dazu gekommen...

tautropfen, ihr schreibt: "Doch wie das Ausklammern verhindern, wenn die Helfer es bewusst
rauslassen und nicht vermerken. Kann das sein, dass dies beabsichtigt ist von gewissen Leuten/Tätern?"

also einmal glaube ich, dass die das ausklammern, um nicht bei den kollegen anzuecken. diese ewige kontroverse. meine ärztin schreibt auch lieber borderline, als DSNNB o.ä. und andere wieder komplexe PTBS, andere nur Depression.
ich habe dabei nicht den eindruck, dass diese paar leute wirklich daran zweifeln, dass es "das gibt", sondern es wirklich um die Meinung der Kollegen geht bzw. sie fachliche Auseinandersetzungen leid sind und diesen aus den Weg gehen wollen. Diese feige Art nervt mich total.

Und dann finde ich auch bedenklich, dass ich auf einige sogenannte Fachleute gestoßen bin (ambulante Vorgespräche b.Traumatheras u.Traumastation Ochsenzoll), die meinen, dass "nach neuesten Erkenntnissen und Weiterbildungen" es sich herausgestellt hat, dass es viel besser ist, nur mit der Alltagsperson Therapie zu machen, weil man sonst nur die Spaltung unterstützt und letztendlich sind es "ja nicht mehrere SONDERN DAS SIND JA ALLES SIE!!!" :verärgert
eine ambulante meinte, dass fr.huber ja auch nicht mehr so denken würde, wie sie es in ihrem buch geschrieben hatte usw.(keine ahnung ob das wahr ist, aber ist ja auch völlig egal)
da hatte ich massiv das gefühl, dass erkenntnis verhindert werden soll. aus motiven des selbstschutzes (was meiner meinung aber null theapieerfolg bringen würde) oder aber tatsächlich von gewissen leuten die "weiterbildungswelle" iniitiert wurde (verschwörung..), auf die die "fachleute" da reinfallen (also dass eben auch die welten getrennt bleiben: die "dunkle seite" nimmt nicht an der therapie teil und "verrät" auch nichts aus der parallelwelt).
weiß nicht, wie ihr darüber denkt... :frage


federn, ihr schreibt: "Auch haben wir wenn eine Praxis geschlossen wurde oder die Thera gegangen ist, unsere Akte komplett kopieren lassen. "
habt ihr die dann für eure unterlagen bekommen? weil, ich möchte auch alles in eigener mappe haben, aber bisher wurde mir verweigert, irgendein klinik-/gutachten/facharzt-bericht auszuhändigen.
es gibt bgh-urteile sowohl pro patient als auch pro ärzteschaft bezüglich akten aushändigen.
finde das sehr ärgerlich, dass berichte über uns an allen möglichen behörden kursieren und wir so kämpfen müssen, zumindest mal einen blick drauf zu werfen (dürfen auch keine kopie machen, nichts abschreiben und deshalb isses auch gleich wieder vergessen,was genau drin stand)


und dann haben wir noch eine frage: Was ist denn wohl davon zu halten, wenn die Thera oder die Betreuerin sich weigern, eine Sendung zur Thematik anzusehen (die gut gemacht ist)...?
können wir daraus schließen, dass die davon ncihts wissen wollen, nicht ertragen können, sich damit nicht beschäftigen wollen/können? oder ist es besser für uns, wenn die abstand behalten, uns womöglich auch sonst nicht mehr mit respekt +wertschätzend ansehen könnten, und sie gut auf ihre grenzen achten...?
also nicht dass die sich ständig mit der thematik beschäftigen sollen - alle sendungen/bücher und internetrecherchen lesen. aber kann man denn nur ansatzweise eine vorstellung haben? und muss man das haben?
:sehesterne :zumauern
ja, das erstmal... kiki&co
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#34by nelli » Sunday 27. March 2011, 10:19

Wir sagen es mal ganz bissig und provokant - Arbeit mit "DIS-Leuten" ist nicht mehr so in - da kann man sich bei Kollegen nicht mehr den Besonderheitsbonus abholen, es ist angekommen, das kostet richtig Zeit, Kraft und fachliche Kompetenz ist gefragt, kein Rumgelabere. Andere wiederum sind gefrustet, dass eben nicht mal auf die Schnelle ne Multi therapiert werden kann. Ja, viele Theras kommen da an ihre Grenzen, auch fachlich und menschlich.

Und dann gibt es eben so merkwürdige Entwicklungen - man sollte nur mit der Alltagsperson arbeiten um nicht noch mehr die Disso zu fördern. Hallo? Das ist dermaßen fachlich daneben. Da haben etliche etwas ziemlich falsch verstanden und anscheinend auch gern in den falschen Hals bekommen. Arbeit mit allen -dabei trotzdem Kompetenzen stärken - Alltagstauglichkeit weiter unterstützen. Struktur in der Therapie ist nötig, die Thera muss selbst Ziele und Methoden im Schirm haben und gemeinsam alles mit der Patientin abgleichen - das nette Wort heißt - in Augenhöhe zusammenarbeiten - gemeinsam entwickeln.
Gut - dazu gehören 2 aktive Menschen, aber was solls.

Und Kiki, vielleicht hilft es ja ne DVD einzulegen und die Thera oder Betreuerin damit zu konfrontieren, weil ihr darüber mit ihr sprechen wollt. Es ist ja eure Zeit, ihr bestimmt, was da geschieht und was ihr braucht. Und wenn die dann keinen Schimmer haben wollen, dann kann man es nur lassen. Dann ist das vielleicht Selbstschutz, weil sie generell psychisch überfordert sind mit Gewalt am Menschen - dann sind jedoch auch ziemlich ungeeignet euch zu helfen.

Ab einem bestimmten Zeitpunkt gab es bei uns Null-Toleranz gegenüber Helfern. Wer hat das Problem - wir doch wohl. Also wir haben gefordert, dass eben genau die Diagnose genannt wird. Haben es auch begründet, sind vorbereitet und mit Konzepten, Ideen in die Thera gegangen und haben es auch von der Thera erwartet und eingeholt. Nur war das nen Entwicklungsprozeß - die Scham ist vorbei, wenn du nach 15 Jahren unterschiedlicher Hilfe nicht wirklich voran kommst.

Also wir werben sehr dafür, dass sich weiterhin die Betroffenen emanzipieren. Zu oft erleben wir, das an der Tür die eigene Verantwortung und Kompetenz und Stärke abgegeben wird - der Thera überlassen wird. Das kann mal gut sein. Jedoch müssen wir als PatientInnen auch unsere HelferInnen fordern und zur gemeinsamen Zusammenarbeit auffordern.
Das verlangt etwas von uns und von denen.

Ja und das verwässern unserer eigenen erlebten Sachen im Zusammenhang von r.G., das ist wirklich ein gesellschaftliches Problem. Wie lange hat es gedauert, bis sex. Mb.nicht als Phantasie der Betroffenen sondern als klare Gewalt an Menschen benannt wurde und bestraft wird. (Wobei ja noch immer es nicht so einfach ist)

Und das alles und vieles mehr macht es uns so schwer die Täter anzuprangern und ihrer gerechten Strafe zuzuführen - das führt dazu, dass weitergemacht wird.

Wir bräuchten Macht und Geld, um damit die Öffentlichkeit immer wieder mit der Realittät konfrontieren zu können und auch für Konsequenzen sorgen zu können. Jedoch haben wir weder das eine noch das andere. Wir haben uns und wir müssen gut für uns sorgen.

ist etwas viel geworden .... und nicht ausreichend (aber für heute für uns genug :schreib )

lg nelli und co
nelli
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#35by Teammitglieder/Administration Tautropfen » Sunday 27. March 2011, 14:51

Erstmal nur kurz. Habt ihr Interesse, das wir das Thema, also letzten 2Beiträge in einen neuen Beitrag unterbringen? Weil es ja da drum geht über die Diagnose und Glaubwürdigkeit und das umgehen von Helfern damit und dazu würde uns auch noch einiges einfallen? Besteht da Gesprächsbedarf?

Wir meinten mit unserem Posting eher, dass wir es nicht gut finden, wenn die Hintergründe geheim gehalten werden , auch bei Fachleuten, was die Täter tun und wie sie vorgehen und was aktuell abläuft.
Uns ist es egal was für eine Diagnose uns gegeben wird, nur finden wir es schwierig, wenn wir immer noch Täterübergriffe haben und die Täter uns völlig fertig machen und dann Professionelle meinen, sie lassen das raus, weil es muss ja nicht übermittelt werden. Klar es erleichtert auf der einen Ebene uns den Kontakt, weil wir nur funktionieren müssen und die Helfer von dem anderen, was nachts passiert raushalten können. Auf der anderen Ebene merken wir aber, dass gerade dadurch wie nelli meinten:
Und das alles und vieles mehr macht es uns so schwer die Täter anzuprangern und ihrer gerechten Strafe zuzuführen - das führt dazu, dass weitergemacht wird.

Und so geht die sowieso schon sehr kleine Lobby verloren und es bleibt dann an gewissen Leuten hängen, die es nicht negieren und die am Ende völlig überarbeitet sind, weil Klienten ihnen die Tür einrennen. Und es bringt dann auch das falsche Bild auf Justizebene, wo zu meisten Teilen die Meinung vertreten wird. "Rituelle Gewalt gebe es nicht und es gab noch nie ein Fall der offenkundig wird." Doch gibt es genug Aussteigerinnen oder auch Betroffene, die füreinander Zeugen sein könnten, weil sie selbiges genauso wissen, Orte und Fakten. Aber es wird im öffentlichen Bereich zerstreut und am Ende ist es so, das ein fast stimmiges Puzzel wieder auseinander
gerissen wird, durch diese Form der Verschleierungstaktik.
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#36by Vollmitglieder eiskristalle » Sunday 27. March 2011, 15:07

Erstmal nur kurz. Habt ihr Interesse, das wir das Thema, also letzten 2Beiträge in einen neuen Beitrag unterbringen? Weil es ja da drum geht über die Diagnose und Glaubwürdigkeit und das umgehen von Helfern damit und dazu würde uns auch noch einiges einfallen? Besteht da Gesprächsbedarf?

ja, also für uns wäre das thema wichtig.
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#37by nelli » Sunday 27. March 2011, 16:06

also auch finden das Thema wichtig

manchmal gibt es halt wirklich Überschneidungen - verstehen dieses "Auseisanderpfrimeln"

lg nelli und co
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#38by Teammitglieder/Administration tanzendefedern » Sunday 27. March 2011, 17:01

Hi Tautropfen,
ja, einer Trennung des threads stimmen wir zu - antworten aber zunächst noch hier.


Kiki86 wrote:federn, ihr schreibt: "Auch haben wir wenn eine Praxis geschlossen wurde oder die Thera gegangen ist, unsere Akte komplett kopieren lassen. "
habt ihr die dann für eure unterlagen bekommen? weil, ich möchte auch alles in eigener mappe haben, aber bisher wurde mir verweigert, irgendein klinik-/gutachten/facharzt-bericht auszuhändigen.
es gibt bgh-urteile sowohl pro patient als auch pro ärzteschaft bezüglich akten aushändigen.


Nun ja, wir hatten bisher das Glück, immer mal wieder an HelferInnen zu geraten, für die es eine Selbstverständlichkeit war, dass wir nicht nur in alle Unterlagen einsehen können, sondern auch o.g. Akten in Kopie auszuhändigen. Damals haben wir als Grund dafür die evtl strafrechtlich relevanten Nachweise und Dokumentationen angegeben.
Es existiert nur ein Arztbrief, den wir nicht in Kopie haben und den wir auch nicht lesen sollen. Wir haben ihn einmal im Beisein des Docs gelesen und danach waren wir ziemlich durch. Das war der Bericht aus einer Klinik, wo wir jemanden wieder erkannt haben... Entsprechend desaströs fiel die Epikrise aus.

Neben der Dokumentation von Therapieverläufen finden wir es auch sinnvoll, die Berichte zu lesen, um mit den BehandlerInnen das Vorgehen besprechen zu können und die Einschätzung der Profis zu diskutieren.
Eine weitere Begründung für das Aushändigen der Akten könnte der Aspekt sein, dass ihr sie einsehen wollt, um einen Überlebensbrief aufzusetzen und daher alle Puzzelteile benötigt werden. Da sollte euch die Thera auf jeden Fall unterstützen! Wenn es denn um rG oder org. KiPo bei euch geht.

Das sind unsere Erfahrungen, die natürlich nicht unbedingt auf andere übertragbar sind. Je nach Therapieverlauf kann es auch verfrüht sein, wenn beispielsweise nicht ein stabilisierendes soziales Umfeld vorhanden ist oder sonstige schädigende Verhaltensweisen im Vordergrund stehen.

Die Gründe, weshalb UnterstützerInnen keine Filme zum Thema DIS sich anschauen mögen, sind sicher sehr individuell. Auch eine gute Freundin von uns - selber Therapeutin - schaut sich derartige Reportagen nicht an. Lediglich die WDR-Doku hat sie gehört.
Unsere Theras und Betreuerin haben natürlich sich die Filme angeschaut! Sie sind auch für jeden Tip unsererseits dankbar. Einige Male haben sie uns auch zu Kongressen und Vorträgen begleitet. In ihrer Ferizeit. Aus Interesse am Thema und an uns.

Ach, nelli und co., so wie ihr das beschrieben habt, so sehen wir das auch. Über manche Thera-Ansichten kann ich mich nur wundern. Sie machen Fort- und Weiterbildungen als Tagesseminar bei den Cracks und verstehen dann Dinge so, wie sie diese verstehen wollen. Fragt man bei der Huberin oder Frau I. oder sonstwem nach, kommen meist Antworten von denen, dass sie mit Beispielen gearbeitet haben und das die vorgestellten Strategien nicht verallgemeinert werden sollten u.ä. Kennt ihr ja.
Den wachsenden Trend, sich Multis möglichst vom Hals zu halten, beobachten auch wir seit Jahren. In diesem Zusammenhang erinnere ich nur mal an diese un-sinnnige Vertragsarbeit bei DIS von S. Boon. Verquerer geht's schon nicht mehr. Oder eben das "Wir arbeiten nur mit der host/dem Alltagsteam [Oh - ah: immerhin haben sie schon davon gehört, dass nicht jedes System über eineN host verfügt(!) und ihr Therapie-Schema entsprechend erweitert.]

Veränderungen brauchen Zeit. Blöd nur, das es dabei um unsere Lebenszeit geht.
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#39by Vollmitglieder Königskinder » Saturday 11. February 2012, 00:56

Hallo,

ich bin sehr froh, diesen Link zu dieser Seite gefunden zu haben, denn wir haben dazu nun eine eindeutige Meinung!

Wir sind gerade ganz aktuell in einer Situation, wo es nicht direkt um Öffentlichkeit im eigentlichem Sinne geht, aber um eine Doktorarbeit, wozu ein Interview gemacht wird.

Es war uns immer ein Wunsch, an die Öffentlichkeit zu gehen, wir dachten, wir könnten damit die Thematik präsenter machen, so dass es immer weniger gibt, die meinen, dass es DIS nicht gibt.
Wir haben auch dafür an einer Studie in der Schweiz dran teilgenommen und haben es auch nicht bereut.

Wir bekamen immer wieder Anfragen, mal von "Punkt 12" bei RTL und dann von SAT1 "Planetopia". Was uns bei beidem extrem aufgefallen ist sind folgende Punkte:
Egal, um welchen Sender es geht, die Sender wollen spektakuläre Geschichten, wollen, dass man Täter und Tatorte nennt, aus Sicht eines Senders nachvollziehbar. Aber dadurch ist kein SCHUTZ des Systems möglich. Mag sein, dass einige sagen/ denken, wir übertreiben. Aber es sind unserere Erfahrungen, die wir sogar durch einen Bekannten, der beim Fernsehen arbeitet, und zwar bei einem öffentlichem Sender bestätigt bekommen haben.
Laut dessen Aussage, wird mit Filmmaterial nicht wie versprochen vorsichtig umgegangen. Es interessiert niemanden wirklich, wie es den Opfern geht (zwar sehr krass ausgedrückt), aber er meinte, es würde so sein.
Nachdem wir bei Planetopia sagten, dass wir keine Tatorte nennen wollen und auch keine Täter und und verpixeln lassen wollen, hat sich niemand mehr gemeldet. Noch nicht einmal eine Absage oder ähnliches kam. Wir fanden das Verhalten absolut unmöglich.


Nun sollen wir wie gesagt an diesem Interview teilnehmen und es wird morgen eine Art "kenenlernen via Skype" geschehen.
Wir sind nicht überzeugt, dasss wir das Interview machen und sind dankkabr über die Warnungen die wir bekommen haben.

Es mag sein, dass Öffentlichkeit für manche Systeme ein Schutz ist, aber ich finde es unverantwortlich, dies als Allgemeinregel dar zu stellen. So wie Systeme unterschiedlich sind, ist es auch unterschiedlich mit Öffentlichkeit.

Königskinder
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Re: Schützt Öffentlichkeit wirklich?

Post#40by Vollmitglieder eiskristalle » Saturday 11. February 2012, 09:25

also bei öffentlichkeit gibt es sone und solche.
von den einen kann ich nur warnen, da gehts nicht um aufklärung sondern einfach um reißerische geschichten.
ich hab selber schon interviews mit studenten gemacht und einmal mit einem journalisten von einem populärwissenschaftlichem magazin.
mit dem journalisten hab ich das interview schriftlich via skype gemacht, für den war das auch voll ok, dass wir unsern namen nicht nennen wollten.
die eine diplomarbeit ging über DIS und wir haben uns dazu sogar getroffen, aber die hatte von uns nur eine mailaddy, weitere infos bekam sie nicht. und das war auch ok für die.
alles andere würden wir nie machen.
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