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Kinofilm "split"


Kinofilm "split"

Post#1by Registered users Geflecht » Monday 30. January 2017, 20:49

Gerade wird in diversen sozialen Netzwerken kräftig "Werbung" für den Film "Split" gemacht, der seit kurzem in den Kinos läuft.

Es ist ein Horrorfilm und FSK ist 18.




Triggerwarnung!!



Ich bin richtig sauer. Ich habe den kompletten Film gesehen. Wollte wissen ob der Film die Richtung behält die der Trailer verspricht. Tut er.

Es geht um einen DIS-Patienten, der drei Mädchen entführt und sie einsperrt. Im Trailer wird klar, dass er in therapeutischer Behandlung ist und andere Ichs (auch ein 9 jähriges Kind) an der Entführung beteiligt sind, bzw. sich ebenfalls um die Gefangenen "kümmern" und "noch etwas Besonderes" mit ihnen vorgesehen ist.
Ab und an werden traumatische Erinnerungen des Systems eingeblendet; zeitlich wird die Therapie wahrgenommen und die Therapeutin betont, wie „stolz“ sie auf das System sei, die so viel hinbekämen usw. usf. Das kippt später und sie macht sich auf den Weg zu ihnen.
Am Ende werden zwei der Mädchen und die Therapeutin durch das System getötet. Eines entkommt.

Der Film rauscht über bekannte Plattformen, die Werbetrommel läuft.
Eins ist klar: Wird der Film wie erwartet so viele Zuschauer bekommen, werden wir (also Betroffene) von etlichen in der Ecke "behalten" wo wir sind. Denn wer sieht sich solch einen Film an, ohne damit etwas zu tun zu haben und recherchiert dann auf Realität? Oder überprüft die Darstellung im Nachhinein? Keiner. Ob bewusst oder unbewusst, ob der ganze Film gesehen wird, oder nur ein Trailer – wir (also Systeme) werden als gewalttätige Killer dargestellt.
Das bei einem Krankheitsbild, was eh schon so „am Pranger“ steht und kaum Allgemeinwissen vorhanden ist. Bei einem manisch-depressiven Protagonisten würde man das wahrscheinlich nicht in der Form machen (können), weil das allgemein bekannter ist.
Wenn schon ein Horrorfilm über ein DIS-System produziert werden will, wäre eine mögliche Entstehungsgeschichte eines Systems nicht weniger grausam, aber bestimmt für Betroffene und zur allgemeinen Aufklärung hilfreicher.
Denn das Format ist letztlich egal. Keiner wird groß überlegen, was fiktiv oder real ist. Es soll ja "gruseln", da Horrorsparte.
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Re: Kinofilm "split"

Post#2by Registered users socke » Monday 30. January 2017, 22:02

Hi,

oh ja, das ist wirklich ein Problem!!!
Als ich meine Kunsttherapie angefangen habe, wurde ich gefragt, ob ich gefährlich sei.
Ich war noch nie freiwillig übergriffig oder Sonstiges, wenn aggressiv, dann immer autoaggressiv.
Schlimm, dass in dieser Weise über DIS erzählt wird.
Ich finde auch die gängigen Dokus alle schwach.
Ich würde mir wünschen, dass mal jemand eine ganz unaufgeregte Doku/Information über das Thema "hochfunktionale DIS" macht!
Ich bin voll berufstätig, habe mein Studium abgeschlossen, einen Mann und lebe mit sozuagen Pflegekindern zusammen. Ich erzähle meiner Umwelt nicht von meiner DIS, nur einige wenige wissen Bescheid, die kennen dann auch Situationen, in denen ich klein bin. Laut vorhandenen Gerichtsgutachten habe ich einen Behinderungsgrad, dass ich einen Ausweis beantragen könnte. Aber auch das erzähle ich niemandem. Ich habe gelernt möglichst unauffällig mit DIS zu leben und mich weitestgehend anzupassen - oder mein Switchen usw. zu verstecken.
Die Leute, die mich kennen und von der DIS nichts wissen denken, dass ich halt nur die "zerstreute Professorin" (ohne dass ich promoviert oder habilitiert hätte) bin. Ich höre oft so Sachen wie "Zwischen Genie und Wahnsinn ist ein enger Grad". Das kann ich so machen und auftreten, da ich einen höheren IQ habe, als andere.

Bei diesem ganzen Verstecken und Tarnen, beim ständigen Versuch für mich zu sorgen, ohne dass ich hier beruflich oder privat degradiert werde - das ist ja schrecklich, wenn nun das Bild über die DIS noch schlechter wird...
Wo kann meiner einer dann noch Hilfe oder Verständnis erwarten - das gibt es ja so schon kaum...

Lg
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Re: Kinofilm "split"

Post#3by Registered users genug » Monday 6. February 2017, 20:30

Denn wer sieht sich solch einen Film an, ohne damit etwas zu tun zu haben und recherchiert dann auf Realität? Oder überprüft die Darstellung im Nachhinein? Keiner.

- öhm wie kann man den hier zitieren - *sfz*

öhm in nem anderen forum wird auch grad über den film geschrieben und da schrieb jemand das zuschauer an einigen stellen gelacht hätten...
Am Ende sind die Motive der meisten Menschen solche Filme anzuschauen nicht gut. Passt zu dem Gedankengang mit dem Nachhinein - Keiner
denn es interessiert doch am niemanden wie es wirklich aussieht, das da nix von interessant eigentlich thema is sondern das da nur abartigkeiten warten wenn man sich realistisch mit dem thema bzw. mit dem WARUM beschäftigt und das will doch die Spaßgesellschaft die sich solche Filme zum Vergnügen reinzieht am wenigsten.

Das wieder so ein Film wie HOSTEL .... ob das wirklich gut ist... wohl eher nicht da die Motive die falschen sind - sie sollen unterhalten - das is aber keine Unterhaltung,oder seh ich das falsch.

:stoppdenirrsinn

"Ob bewusst oder unbewusst, ob der ganze Film gesehen wird, oder nur ein Trailer – wir (also Systeme) werden als gewalttätige Killer dargestellt."

vielleicht ist das auch so gewollt von gewissen kreisen
und die brauchen nicht mal dafür was zu tun
denn das macht konsumgesellschaft schon von alleine - oberflächlich wie sie nun mal ist - was besseres gibts für gewisse Kreise doch nicht -

Wenn schon ein Horrorfilm über ein DIS-System produziert werden will, wäre eine mögliche Entstehungsgeschichte eines Systems nicht weniger grausam, aber bestimmt für Betroffene und zur allgemeinen Aufklärung hilfreicher.

Das interessiert doch niemanden von den Kinogängern die einfach nur unterhalten werden wollen, denn dann müssten sie mal nachdenken was für Nachbarn sie haben und dann müssten sie Dinge hinterfragen und das macht keiner da es könnte eine Welt zusammenbrechen. Ablenkung is doch was feines. Nachhaltigkeit ist Stress und das mag Kinobesucher X absolut nicht.

@Socke

"Wo kann meiner einer dann noch Hilfe oder Verständnis erwarten - das gibt es ja so schon kaum..."

Helfen können wir uns nur selber so wie es geht.
Verständnis erwarten is auch so eine Sache - von anderen Menschen ist es besser nie mehr irgentwas zu erwarten.
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Re: Kinofilm "split"

Post#4by Registered users Geflecht » Tuesday 7. February 2017, 10:54

Mit dem Gedanken hatte ich auch schon gespielt, dass die Wirkung und die Interpretationsräume gewollt sein kann. - Wer weiss wer den Film "wirklich" produziert hat.
Aber da rutscht man sofort in Anklagen ein Verschwörungstheoretiker zu sein *schüttel*

Die Motive der Zuschauer solche Filme anzugucken, hätte man nutzen können! Man hätte sie zur Aufklärung nutzen können. Und man hätte auch bei der Sparte "Horror" bleiben können. Das stünde der Aufklärung nicht im Wege.
Hat man nicht. Wollte man nicht.
Auch ein Regisseur macht sich vor der Produktion Gedanken und informiert sich. - Die Einnahmen sollen schließlich mindestens die Ausgaben denken; totalen Schrott und Irrsinn produziert man nicht. Und da liegt der Gedanke sehr nah, das der Film gezielt zur Bestärkung der "Fehlinterpretation" produziert wurde.

@socke
... zu der Frage ob du (ihr) gefährlich bist (seit)... da fällt einem nichts mehr zu sein.

Der "Gesellschafts-DIS-Wahn(sinn)" geht in eine neue Runde *hüst*
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Re: Kinofilm "split"

Post#5by Registered users genug » Tuesday 7. February 2017, 15:03

sich zu fragen wem es nutzt is doch wichtig
und naja der film kann vieles wichtige .... was aber oftmals brutale hintergründe hat gewollt gezielt ins lächerliche ziehen... und wem sowas nutzt liegt auf der hand wo ein ansatz in solchen filmen dann schnell auch gefunden werden kann wenn man es sich durchdenkt und sieht das nicht einmal wirklich ins thema kritisch eingestiegen wird sondern extreme themen nur für den unterhaltungswert ausgebeutet werden.
da sieht man wie verkehrt sich die menschheit entwickelt hat.

naja die gesellschaft hat angst vor menschen die nicht mehr wissen was sie tun.... trifft irgentwie einen verborgenen nerv, da alles so unsicher ist in diesen zeiten in denen wir jetzt alle leben - auch für die spaßgesellschaft und erst recht für die konsumgesellschaft, da tut es gut sich n film reinzuziehen um sagen zu können es gibt leute die sind voll irre und die sind mal so richtig kaputt - is klasse und schon geht es dem filmkosument wieder gut, da man eine projektionsfläche in anderen menschen gefunden hat die man verachten kann und wem kümmert dann der grund warum wieso was so und so ist.

genau das wird durch solche filme bedient... bei den meisten die einfach gewisse probleme nicht in ihrer gesamtheit die sehr erschreckend ist voll und ganz reflektieren wollen oder können. Kann auch sein das man da jetzt aber sowas von daneben liegt.

Vielleicht wird auch nur ein Markt bedient .... also der Markt das Menschen verrückt nach kranken Mist sind (sich am Ende auch ein Mist dafür interessieren was eigentlich am Ende dahinter steckt)... wäre ja nicht das erste mal.
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Re: Kinofilm "split"

Post#6by Kunterbunt » Tuesday 7. February 2017, 17:02

ups sry was falsch geschriebn
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Re: Kinofilm "split"

Post#7by Vollmitglieder sonne » Tuesday 7. February 2017, 22:36

Die Menschen wollen sich nur über schwächere aufregen. Die interessiert die Wahrheit überhaupt nicht. Selbst sogenannte Verschwörungstheoretiker interessiert das Einen scheiß wenn man denkt, endlich jemand der einen vlt glaubt. Pha, so direkt wollen die die Wahrheit nicht wissen, schon gar nicht von unsereiner.

Vergewaltiger werden geluencht, wegen den armen opfern angeblich. Weil die Opfer werden auch geluencht. Oder wie wird man denn behandelt von den Mitmenschen, wenn man unter den Auswirkungen leidet.

Man kann wirklich nur unternander helfen.

Und Regisseure denken jedes Detail des Filmes dreimal durch. Das sagt alles.
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Re: Kinofilm "split"

Post#8by Vollmitglieder tunnelblick » Saturday 11. February 2017, 19:16

Wenn wir das so lesen, wissen wir schon warum wir uns diesen Film nicht angucken werden - ärgern uns jedes Mal über falsche Bilder, die den Menschen in den Kopf suggeriert werden.
Wird sich wohl nie ändern. Es wird immer Klischees und falsche Angst geben, damit verdienen viele Branchen eben ihr Geld.
I used to think the worst thing in life was to end up all alone, it´s not.The worst thing in life is to end up with people that make you feel all alone! (Robin Williams)
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Re: Kinofilm "split"

Post#9by Vollmitglieder Chaotis » Sunday 12. February 2017, 12:47

Einfach nur unglaublich, ohne worte.
Viele Grüße, Chaotis
wir möchten nicht mehr nur überleben, sondern leben ; )
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Re: Kinofilm "split"

Post#10by Vollmitglieder Carolillis » Sunday 25. June 2017, 15:37

boah, ich war schon tierisch sauer, als ich das erste mal von dem film gehört hab. da werden einfach nur wieder die üblichen klischees bedient. ich hasse es so sehr.
Liebe Grüße von carolillis :sovielregen

"Wenn Sie Distanz spüren, ist das keine Täuschung; sie ist real."
(Donna Williams)
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